|
Laudatio
Piotr Olszówka (für Parisblau)
DIE REISE INS DETAIL (Auszug)
... Udo Klenner widmet sich dem Kleinsten mit der meisten Aufmerksamkeit, so ähnlich wie das für Laotse und für Buddha selbstverständlich ist: unsere Reise geht im Kreis, wir bewegen uns immer schneller, wie beschleunigte Teilchen in einem Riesenzyklotron, um mit der größtmöglichen Energie aufeinander zu prallen und dem Wesen des unendlich Kleinen auf den Grund zu gehen.
Seine Arbeitsweise ist es, Schemata zu generieren, aus ihnen neue Ganzheiten zu bilden, immer wieder darauf zu verweisen, dass der Zufall nicht aus der Welt zu schaffen ist und die neuen Qualitäten dann entstehen, wenn der Maler stets und systematisch die Wiederholung betreibt, ohne sich die Freiheit des Irrtums, des Fehlers im Detail zu verbieten. Aus der Schablone, aus dem Schema erwachsen dann neue Welten, immer Komplexer durch die Mischung der Farbe, durch die Gewinnung der neuen (Un)bedeutung der Buchstaben, der Zeichen, der womöglich vertrauten, doch in ihrer An- und Aufeinanderreihung verfremdeten Strukturen. In seinen Buddhaarbeiten scheint es am deutlichsten ablesbar, dass diese Wiederholungen keine Mantras sind, vielmehr Abbild des variierenden Versuchs, zu sich selbst zu finden. Dieser Versuch mag in der Summe aller einzelnen Versuche einen Sinn haben, eine solche Antwort wird jedoch dem Betrachter der Malerei Udo Klenners keineswegs aufoktroyiert. ...
Berlin, den 2. Oktober 2008
|